Mit dem LEADER Pilotprojekt „Energieregion 2010 – Mittlerer Schwarzwald“ verfolgt die LEADER Region Mittlerer Schwarzwald das Ziel, eine nachhaltige Erneuerbare
Energiewirtschaft mit Leitcharakter für den Ländlichen Raum aufzubauen. Das tauber-fränkische Ingenieurbüro Prof. Dr. Klärle hat hierzu die Potenzialstudie ERNEUERBAR KOMM! für die LEADER Region Mittlerer Schwarzwald erarbeitet.
Seit dem 6. Dezember 2011 ist klar, eine 100%ige Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien ist für die LEADER Region Mittlerer Schwarzwald denkbar. Die Potenzialanalyse nach der Methode „ERNEUERBAR KOMM!“ zur Ermittlung der Potenziale Erneuerbarer Energie im gesamten Gebiet ist abgeschlossen und wurde den interessierten Bürgermeistern und Gemeindevertretern in den Schramberger Stadtwerken vorgestellt.
Im Beisein von Ministerialdirigent Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz konnte Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel, Vorsitzender der LEADER-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald, einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur 100% Energie-Region präsentieren.
Die Methode „ERNEUERBAR KOMM!“ wurde an der Fachhochschule Frankfurt am Main nach zweijähriger Forschungsphase im März 2011 vorgestellt. Im Zuge des von der Europäischen Union geförderten Projekts `Energieregion 2010 – Mittlerer Schwarzwald´ wurde diese Studie nun auch für die beteiligten Gemeinden des LEADER-Gebiets umgesetzt.
Die Erneuerbaren Energien bieten Chancen für den Klimaschutz und die Wertschöpfung für den Ländlichen Raum als Energieanbieter für die städtischen Bereiche. Die Chancen wollen auch die Gemeinden der LEADER-Aktionsgruppe ergreifen. Sie zählen bundesweit zu den ersten Kommunen, die die neue Methode zur Potenzialflächenanalyse nutzen.
„Das LEADER Gebiet Mittlerer Schwarzwald ist somit Vorreiter in der Mobilisierung der ländlichen Potenziale für die Erneuerbaren Energien und ergreift Eigeninitiative“, so der Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald und Rottweiler Landrat Dr. Wolf Rüdiger Michel.
„Die gesteckten energiepolitischen Ziele können über verschiedene Wege mit Erneuerbaren Energieformen erreicht werden, eine ausgewogene Mischung ist aber für die Region langfristig das Ziel“ so erklärt Michel weiter.
Durch „ERNEUERBAR KOMM!“ lässt sich das Flächenpotential aller Erneuerbaren Energieformen (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie) berechnen. Alle hierfür benötigten Geobasisdaten lagen für das Planungsgebiet bereits vor. Die entwickelte Berechnungsmethode stützt sich auf geografische Informationssysteme. Statistische Angaben über Bevölkerung, Flächennutzung, Schutzgebiete, Windgeschwindigkeiten, Globalstrahlung, Gebäudeflächen und Gefälle der Fließgewässer liefern weitere Informationen. Mit Hilfe dieser Daten wird ermittelt, wie viel Fläche sich innerhalb einer Gemeinde für die Erzeugung von Strom aus Solarenergie, Windenergie, Biomasse und Wasserkraft eignet, wie viel Strom daraus erzeugt und wie viel Prozent des Strombedarfs der privaten Haushalte dadurch gedeckt werden kann.
„Diese Potenzialanalyse entstand nach einem einheitlichen Regelwerk für alle Kommunen und Bürger“, erklärt Professor Dr. Klärle. Erstmals wird auch bei der Methode „ERNEUERBAR KOMM!“ die jährliche Wertschöpfung, die sich für die Region ergeben kann, mitgerechnet.
„Jeder Bürger, Entscheidungsträger oder Gemeinderat kann das Ergebnis für seine Gemeinde online unter www.leader-mittlerer-schwarzwald.de sehen und im Internet seinen gewünschten regenerativen Energiemix selbst zusammenstellen“, erklärt Klärle den Online-Rechner, der Bestandteil des Projekts ist und als Moderationstool zu einer verbesserten Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen soll. Wie an einem Mischpult kann der Nutzer für die verschiedenen Energiequellen einen Schieberegler bedienen. Die interaktive Schaltfläche zeigt sofort an, wie viel Strom bei der jeweiligen Einstellung erzeugt und welcher Anteil des Strombedarfs der privaten Haushalte damit gedeckt werden kann.
Die Auswertung ergab: Werden ein Drittel aller geeigneten Dächer im Mittleren Schwarzwald mit Photovoltaikmodulen bestückt, können über 50% Prozent des Strombedarfs der privaten Haushalte der Region gedeckt werden. Alle Biomassearten können zusammen zur Hälfte genutzt weitere rund 50% Prozent dieses Bedarfes erfüllen.
Nutzt man rund 10% der geförderten und wirtschaftlich sinnvollen Freiflächensolaranlagen und weitere 10% windkraftgeeignete Flächen, kann das Ziel der Energieversorgung der privaten Haushalte der LEADER-Region Mittlerer Schwarzwald ausschließlich über Erneuerbare Energien erreicht werden.
v.l.n.r.: Mark Prielipp, Geschäftsführer LEADER Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald, Edwin Dreher, Dezernent für den ländlichen Raum, Landratsamt Ortenaukreis, Thomas Herzog, Oberbürgermeister Große Kreisstadt Schramberg, Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel, Vorsitzender der LEADER Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald, Frau Prof. Dr. Martina Klärle, Ingenieurbüro Prof. Dr. Klärle, Ministerialdirigent Hartmut Alker, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg