Die Urlaubsregion Schwarzwald
für Alle erlebbar machen – darauf zielt das Kooperationsprojekt der
LEADER-Regionen Mittlerer Schwarzwald und Nordschwarzwald ab, das im
Rahmen der CMT vorgestellt wurde. Mit einer ansprechenden Broschüre
werben 30 Schwarzwaldgemeinden für einen barrierefreien Urlaub in einer
der schönsten Mittelgebirgsregionen in Deutschland.Einer
Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (Berlin
2003) zur Folge, leben in Deutschland 6,7 Millionen registrierte schwer
behinderte Menschen. Der Anteil der mobilitäts- und
aktivitätseingeschränkten Menschen in der Bevölkerung liegt bei rund 35
%. Aufgrund der demographischen Entwicklung, wird sich dieser Anteil
künftig weiter erhöhen. „Diese Zahlen machen deutlich, dass
barrierefreier Tourismus schon lange kein Nischenprodukt mehr ist“,
erläuterte der Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald,
der Calwer Landrat Helmut Riegger. „Aus diesem Grund haben wir uns
gemeinsam mit der LEADER-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald das Ziel
gesetzt, ein Pilotprojekt ins Leben zu rufen, mit dem die
Barrierefreiheit schwarzwaldweit gefördert werden soll.“ Auch der
Vertreter der LEADER-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald,
Geschäftsführer Mark Prielipp, der kurzfristig für den Rottweiler
Landrat und Vorsitzenden, Dr. Wolf-Rüdiger Michel einspringen musste,
betonte, dass barrierefreier Tourismus eine Investition in die Zukunft
darstellt und man mit dem Projekt auf dem richtigen Weg sei. Er hob
auch hervor, dass mit den Angeboten nicht nur Menschen mit Behinderung
angesprochen werden, sondern alle in ihrer Mobilität eingeschränkte
Menschen. Also auch Familien mit Kinderwägen oder ältere Menschen.
Somit profitieren nicht nur die Gäste, sondern auch die Bürgerinnen und
Bürger vor Ort.
Mit der Umsetzung des Projektes wurde die
Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. (NatKo)
beauftragt. Die NatKo hat sich seit ihrer Gründung 1999 zur zentralen
Anlaufstelle für die Belange des barrierefreien Tourismus für Alle in
Deutschland entwickelt.
Im Rahmen des Projektes „Schwarzwald
Barrierefrei“ wurden von der NatKo in allen 30 Gemeinden
Bestandsaufnahmen zur Barrierefreiheit entlang der gesamten
touristischen Servicekette durchgeführt. Neben öffentlichen
Einrichtungen, wie Tourist-Informationen und Veranstaltungshallen,
wurden auch private Betriebe aus den verschiedensten Bereichen, wie zum
Beispiel Hotellerie und Gastronomie, untersucht.
Im Ergebnis
wurden die zielgruppenspezifischen Zugänglichkeiten der verschiedenen
Einrichtungen erhoben und beschrieben. Dort wo es noch
Verbesserungsmöglichkeiten gibt, wurden diese in Handlungsempfehlungen
für die Gemeinden zusammengefasst. Einen Überblick über die bereits
vorhandenen Angebote gibt die Broschüre „Schwarzwald Barrierefrei
erleben“. Diese kann über die neue Internetseite
www.schwarzwald-barrierefrei-erleben.de bezogen werden. Hier finden
sich auch detaillierte Beschreibungen zu den einzelnen
zielgruppenspezifischen Angeboten.
Einen weiteren wichtigen
Bestandteil des Projektes „Schwarzwald Barrierefrei“ stellten
zahlreiche Schulungsveranstaltungen dar, die sich vor allem an die
Ansprechpartner vor Ort, Touristiker und Entscheidungsträger, in den
einzelnen Gemeinden richteten. Ziel dieser Schulungen war es, den
Teilnehmern den Umgang mit Menschen mit Behinderung zu erleichtern
sowie verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung des Angebotes
aufzuzeigen.
Mit der neu erschienenen Broschüre sowie dem
neuen Internetauftritt soll die Tourismusregion Schwarzwald gestärkt
werden und, insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen
Wandels, in Zukunft einen besonderen Marktvorteil gegenüber anderen
Regionen erhalten.
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