Lebensqualität durch Nähe - Exkursion ein voller Erfolg
Datum:23. - 25. März 2010
Ort:Schlierbach in Österreich
Mit viel Motivation und bester Stimmung reisten 22 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Oberharmersbach, Hardt, Biberach und Fischerbach im Rahmen der LEADER-Exkursion zur SPES-Zukunftsakademie nach Schlierbach in Österreich. Alle vier Gemeinden führen das Projekt „Lebensqualität durch Nähe“ (kurz LQN) durch und werden im Mittleren Schwarzwald im Rahmen des EU-Programms LEADER finanziell gefördert. Die konzeptionelle Begleitung erfolgt durch SPES Zukunftsmodelle Freiburg e.V.
Die Wurzelen von „Lebensqualität durch Nähe “ liegen in Schlierbach (Österreich), wo sich SPES Zukunftsmodelle e.V. im Laufe der Jahre zur Zukunftsakademie mit Viersterne-Ökohotel entwickelt hat und für seine Entwicklungs- und Forschungsarbeit zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat.
Beim ersten Abendessen wurde schnell deutlich, dass im SPES-Restaurant ausschließlich Bioprodukte mit regionaler Herkunft verwendet werden.
Sehr eindrucksvoll war am ersten Exkursionstag der Rundgang mit dem
SPES Gründer Dipl. Agr. Ing. Alois Tragler durch die zahlreichen
Schlierbacher Projekte wie z.B. Bauernmarkt, Hackschnitzelanlage,
Geflügel GmbH, Feriendorf und Genusszentrum.
Nachmittags
machte sich die Gruppe auf den Weg nach Steinbach an der Steyr. In der
Nachhaltigkeitsschmiede begrüßte Altbürgermeister Sieghartsleitner die
Bürgerinnen und Bürger als „Goldadern“ der Gemeinde. Als er vor über 30
Jahren Bürgermeister der Gemeinde wurde, war die Situation jedoch
dramatisch. Hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Infrastrukur und ein
zerstrittener Gemeinderat zeichneten ein trostloses Bild.
Sieghartsleiter gelang es die Fraktionen zu versöhnen und die Bürger
zur Mitarbeit zu aktivieren. So entstand der sog. Steinbacher Weg, der
nach 15 Jahren engagierter Zusammenarbeit aller Beteiligten ein sehens-
und lebenswertes Ortsbild und einem Zuwachs an Arbeitsplätzen zum
Ergebnis hatte. „Während die einen den Niedergang verwalten bauen die
anderen an einer lebenswerten Zukunft“ machte er den Anwesenden Mut,
sich mit ihren Ideen in Ihre Gemeinde einzubringen.
Auf Begeisterung stieß am zweiten Exkursionstag das
Nachbarschaftshilfe-Modell „Zeitbank“, das in der Gemeinde Molln
erfolgreich unter Leitung von Johannes Brandl erprobt und entwickelt
wurde. Im Mittelpunkt der Arbeit des örtlichen Zeitbankvereins steht
das Einbringen und Inanspruchnehmen von Alltagsdienstleistungen seiner
Mitglieder. Die dafür erforderliche Zeit wird auf den Zeitkonten der
Mitglieder verbucht. „Lernen, sich helfen zu lassen“ und „kein Gefühl,
jemand etwas schuldig zu sein“ sind die entscheidenden Pluspunkte des
Modells, für das schon auf der Heimfahrt Ideen zur konkreten Umsetzung
geschmiedet wurden.
Die Exkursionsteilnehmer zogen ein ausnahmslos positives
Resümee der Veranstaltung verbunden mit der Hoffnung (= lat. SPES),
dass sich vor Ort einige Ideen bald konkret umsetzen und noch weitere
Bürger zur Mitarbeit bewegen lassen. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie zu
Motivationsstiftern vor Ort werden können!“ brachte
LEADER-Geschäftsführer Mark Prielipp abschließend auf den Punkt.
Das Motto lautet bei SPES grundsätzlich: „Nicht 10 Gründe
suchen, warum etwas nicht funktionieren könnte, sondern 10 Gründe
suchen warum etwas funktionieren könnte!“.